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  • Josette Andreae-Lipinski

VON STILLSTAND ZU NOTSTAND

23./24.09.2019

Montag war ein Feiertag in Ghana, also hatten wir ein verlängertes Wochenende, mit viel lesen und ausruhen (nur von was?). Ich sichte also schon mal meine Sachen und überlege, was ich alles hier lassen kann.

Am Dienstag bin ich dann wieder mit Sister Sarah unterwegs gewesen. Ich glaube, ich werde mich an den Anblick von Not niemals gewöhnen. So viele kleine Kinder die kaum etwas zum Anziehen haben, geschweige denn Spielzeug oder gar Süßigkeiten. Vielen guckt der Hunger aus den Augen. Ich bin dann los gegangen und habe ein paar Säcke Reis gekauft. Nachmittags kamen dann zwei von den Frauen auch in die Station zur Untersuchung. Eine bekommt das achte Kind und eine hat grade das siebte Kind bekommen. Die Freude und Dankbarkeit war mir richtig peinlich, denn wenn man weiß, mit wie wenig man helfen kann und was bei uns alles weggeschmissen wird, möchte man weinen. Da es aber nur mit Nahrung nicht getan ist, sondern gerade in solchen Fällen die Familienplanung im Vordergrund stehen sollte, haben Sarah und ich dieses Thema auch gleich mit den Frauen besprochen. Eine Verhütungsspritze für 5 Jahre kostet mal grade 12 Euro aber schon das ist für die meisten unerschwinglich. Zum Glück habe ich ja immer noch etwas von den Spenden übrig und habe darum schon vorab für die Spritzen bezahlt.

Vielleicht findet sich ja auch ein Weg, weiterhin bestimmte Projekte zu fördern, denn eins ist ganz klar, man geht hier nicht einfach weg und macht zu Hause normal weiter. Den Wunsch zu helfen, packt man mit in den Koffer und trägt ihn im Herzen.

Abends hatten wir dann eine wunderschöne kleine Abschiedsparty. Ja, tatsächlich ist es schon so weit. Ich konnte mich nochmal bei allen bedanken und jedem noch eine kleine Freude bereiten, denn ich hatte noch ein Geschenk für jeden dabei.



Let's have a party!



Heute ist Mittwoch, ich werde heute die letzten Seifen verteilen und mit den Kinderschwestern das Feedback besprechen. Dann heißt es Koffer packen, sich von allen verabschieden und morgen früh holt mich Michael ab, um mich zum Airport zu bringen.

Über meinen allerletzten Tag, den Rückflug und mein Abschlussresümee kann ich erst später berichten. Um all das Erlebte in Worte zu fassen, brauche ich ein bisschen Zeit. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir weiter auf meinem Blog folgt.

Herzlichst

Eure Josette

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